Der Spruch ist älter als jeder Kühlschrank: Die Weißwurst soll das Zwölf-Uhr-Läuten nicht hören. Früher wurde sie morgens frisch gebrüht und musste noch am selben Vormittag gegessen werden, weil sie ungekühlt nicht länger hielt. Die Kühltechnik hat das Problem gelöst — die Regel ist geblieben. Deshalb ist das Weißwurstfrühstück in München ein Vormittagsformat: zwischen Frühstück und Mittag, nie als Abendessen.
Zubereitet wird sie im heißen, aber nicht kochenden Wasser — kochen lässt die Haut platzen. Auf dem Teller gibt es dann zwei Schulen: Zuzeln heißt, die Wurst am Ende aufbeißen und das Brät aus der Haut saugen. Wer das nicht mag, schneidet sie der Länge nach auf und löst das Brät mit Messer und Gabel heraus. Die Haut bleibt in beiden Fällen auf dem Teller. Dazu süßer Senf, eine Breze und — wer mag — ein Weißbier. Das ist alles. Kein Ketchup, keine Semmel, kein Salat.
Genau dieses Format fahren wir zu euch: Weißwurst im heißen Wasser gezogen, Senf süß oder mittelscharf, Brezn, Weißbier auf Wunsch. Was sonst aus unserer Küche kommt, steht auf der Speisekarte; wer lieber ein Frühstück ohne Weißwurst will, findet es auf der Frühstücks-Seite.
